Congeniality and Retraditionalisation in Bourgeois Marriage
The Scholarly Partnership of Herta and Kurt Blaukopf
DOI:
https://doi.org/10.11576/ao-8250Schlagworte:
musicsociology, sociology of couples, science history, Gustav Mahler research, biographical research, gender studies, scientific collaborationAbstract
Androzentrische Denk- und Verhaltensmuster prägen die alltägliche Paar- und Ehepraxis in der (Spät-)Moderne ebenso wie sie in beruflichen Zusammenhängen wirksam werden. Die hieraus resultierenden Nachteile für Frauen lassen sich an Wissenschafts-Ehen anschaulich nachweisen. Am Beispiel von Herta Blaukopf (geborene Singer, 1924–2005) und Kurt Blaukopf (1914–1999) unternimmt der vorliegende Beitrag eine kritische Rekonstruktion ihrer ›wissenschaftlichen Partnerschaft‹, unter besonderer Berücksichtigung der intersektionalen Kategorien Geschlecht und Klasse, deren Wirkmacht sich ab dem Zeitpunkt der Eheschließung und Familiengründung deutlich abzeichnet. In methodischer Hinsicht wurde die Lebens- und Arbeitsbeziehung des Paares auf Basis von Bibliotheks- und Archivfunden, die mit Daten aus qualitativen Zeitzeug*innen-Interviews kombiniert wurden, aufgearbeitet. Unsere Ergebnisse zeigen auf, in welcher Weise inkorporierte, traditionell-konservative Geschlechterauffassungen, -routinen und -praktiken in dieser bürgerlichen Ehe wirksam wurden und wie sie sich auf die jeweiligen beruflichen Spielräume der Ehepartner*innen im wissenschaftlichen Feld auswirkten. Dass sich Geschlechterasymmetrien in Paarbeziehungen für Frauen auch langfristig als nachteilig erweisen, zeigen wir anhand der heutigen, sehr unterschiedlichen Rezeption der erbrachten wissenschaftlichen Leistungen von Herta und Kurt Blaukopf im Kontext einer nach wie vor androzentrisch geprägten Gedenk- und Erinnerungskultur auf.
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