Der innengeleitete Geschmack
Kunst als wirtschaftliche Orientierungsressource an der Schwelle zur Moderne
DOI:
https://doi.org/10.11576/ao-8879Schlagworte:
Kunst, Autonomie, Geschmack, RiesmanAbstract
Der Beitrag rekonstruiert einen alternativen Pfad der Kunst jenseits des Autonomieparadigmas. Ausgangspunkt ist die Annahme einer wechselseitigen Steigerungslogik von Ästhetischem und Ökonomischem, die bis zum späten 18. Jahrhundert zu einer grundlegenden Verunsicherung in Geschmacksfragen führte. Daran anschließend wird – in Anlehnung an David Riesman et al. – ein Vorschlag zur Systematisierung sozialer Geschmackscharaktere entwickelt. Zeitgenössische Schriften vom 17. bis 19. Jahrhundert zeigen, wie Kunst wiederholt als Medium eines »innengeleiteten« Geschmacks beansprucht wurde. Sie galt als Ressource für die Ausbildung stabiler ästhetischer Urteile, die unabhängig von Markt, Mode und den Meinungen anderer waren, aber gerade deswegen die Produktion und den Konsum orientieren sollten.
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