Zur Unverzichtbarkeit von Schulsozialarbeit in der Oberstufe

Ein wissenschaftliches Plädoyer

Autor/innen

  • Nina Thieme Universität Bielefeld

DOI:

https://doi.org/10.11576/weos-4961

Schlagworte:

Schulsozialarbeit, Oberstufe, theoretische Begründungsmuster, Covid-19-Pandemie, school social work, theoretical arguments, Covid-19 pandemic, upper secondary school

Abstract

Schulsozialarbeit hat sich in Deutschland seit den 1970er-Jahren als Angebot an der Schnittstelle von Kinder- und Jugendhilfe und Schule etabliert (vgl. u.a. Rademacker, 2009, S. 16). Insbesondere in den vergangenen 20 Jahren ist ein umfassender Ausbau von Angeboten der Schulsozialarbeit erfolgt, einhergehend mit einer entsprechenden Aufstockung der in diesem Bereich tätigen Fachkräfte (vgl. Knoche & Liel, 2020, S. 122; Speck, 2019, S. 381f.). Neben der somit wachsenden Bedeutsamkeit von Schulsozialarbeit in der Praxis in den letzten Jahrzehnten hat auch das wissenschaftliche Interesse an diesem Gegenstand zugenommen, wie zahlreiche Publikationen und Studien dokumentieren. Allerdings sind sowohl schulsozialarbeiterische Angebote in der Praxis als auch auf Schulsozialarbeit bezogene wissenschaftliche Auseinandersetzungen auf den Primarbereich und die Sekundarstufe I, mittlerweile auch auf berufsbildende Schulen fokussiert; die Oberstufe als möglicher Ort von Schulsozialarbeit spielt sowohl in der Praxis als auch in wissenschaftlichen Auseinandersetzungen so gut wie keine Rolle. Weshalb Schulsozialarbeit – entgegen der gegenwärtigen Situation – ein auch für die Oberstufe unverzichtbares Angebot repräsentiert, wird im Rahmen eines wissenschaftlichen Plädoyers dargelegt. Zurückgegriffen wird in diesem auf ein sozialisations- und modernisierungstheoretisches, auf ein schultheoretisches, auf ein bildungstheoretisches und auf ein rollen- und professionstheoretisches Begründungsmuster für Schulsozialarbeit (vgl. Speck, 2014, S. 51ff.), die jeweils spezifisch mit Blick auf die Oberstufe, unter Berücksichtigung aktueller Einflüsse der Covid-19-Pandemie, ausbuchstabiert werden. Den Abschluss bildet ein Ausblick auf Schulsozialarbeit in Post-Covid-19-Pandemiezeiten.

In Germany, school social work has been established since the 1970s. School social workers provide services for students, parents, and teachers. It is an offer at the intersection of child and youth welfare and school (cp. Rademacker, 2009, p. 16). Particularly in the past 20 years, there has been a comprehensive expansion of school social work services, accompanied by a corresponding increase in the number of social workers working in this field (cp. Knoche & Liel, 2020, p. 122; Speck, 2019, pp. 381f.). In addition to this growing importance of school social work, the scientific interest has also increased as numerous publications and studies show. Both school social work services and scientific examinations focus on the primary and secondary school level I, as well as on the vocational school level. School social work on the upper secondary school level (in German: Oberstufe), however, as well as corresponding scientific works, can hardly be found. This article argues why, in contrast to the current situation, school social work on the upper secondary school level really matters. Several theoretical arguments (cp. Speck, 2014, pp. 51ff.) are discussed, considering the current influences of the Covid-19 pandemic. Finally, there is an outlook on the increased importance of school social work in post-Covid-19 pandemic times.

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Veröffentlicht

2021-12-29

Zitationsvorschlag

Thieme, N. (2021). Zur Unverzichtbarkeit von Schulsozialarbeit in der Oberstufe: Ein wissenschaftliches Plädoyer. WE_OS Jahrbuch, 4(1), 141–159. https://doi.org/10.11576/weos-4961